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LinkedIn für Steuerberater: Wie entstehen regelmäßig Beiträge, wenn niemand Zeit zum Schreiben hat?

Von Lukas Göggel, Goma-IT. Stand:

Indem das Schreiben vom Inhalt getrennt wird. Die Steuerberaterin spricht in zwei Minuten ein, worum es gehen soll, daraus entsteht ein Beitragsentwurf im Stil der Kanzlei. Sie liest ihn, korrigiert und gibt frei. Veröffentlicht wird nichts ohne diese Freigabe.

In Kürze

  • Das Fachwissen ist da, das Ausformulieren kostet die Zeit.
  • Eine Sprachnachricht oder Stichpunkte reichen als Ausgangspunkt.
  • Ein Stilprofil sorgt dafür, dass der Entwurf nach der Kanzlei klingt.
  • Fachliche Aussagen prüft und verantwortet die Kanzlei.
  • Werberegeln für den Berufsstand gelten auch für LinkedIn.

Viele Steuerberaterinnen und Steuerberater wissen, dass sie auf LinkedIn sichtbar sein sollten, für neue Mandanten und noch mehr für neue Mitarbeiter. Gepostet wird trotzdem selten. Nicht weil die Themen fehlen, sondern weil zwischen Abschluss und Besprechung keine halbe Stunde zum Formulieren bleibt. Hier setzt Content-Automatisierung an: Sie übernimmt das Formulieren, nicht den Inhalt.

Warum bleibt LinkedIn in Kanzleien so oft liegen?

Weil die Arbeit an der falschen Stelle hängt. Die Person mit dem Wissen und der Stimme der Kanzlei ist meist auch die Person mit dem vollsten Kalender. Delegieren lässt sich das Schreiben nur schwer, weil ein Beitrag nach der Kanzlei klingen soll und fachlich stimmen muss. Also wartet er auf einen ruhigeren Tag, der nicht kommt.

Wie sieht der Ablauf mit Content-Automatisierung aus?

  1. Einsprechen: Die Steuerberaterin nimmt eine Sprachnachricht auf, etwa auf dem Weg zu einem Termin: „Ich will was zur neuen Regelung bei … schreiben, Zielgruppe sind unsere Vermieter, wichtig ist …“
  2. Entwurf: Daraus entsteht ein Beitragsentwurf in passender Länge, mit einem Einstieg, der zum Lesen einlädt, und einem klaren Kern.
  3. Prüfen: Sie liest den Entwurf, korrigiert fachliche Feinheiten und streicht, was nicht passt.
  4. Freigeben und posten: Erst dann wird veröffentlicht.

Stichpunkte funktionieren genauso. Manche diktieren lieber, andere schreiben drei Zeilen ins Handy.

Wie klingt der Entwurf nach der eigenen Kanzlei?

Über ein sogenanntes Stilprofil. Dafür werden bisherige Texte der Kanzlei angesehen, etwa Rundschreiben, Website-Texte oder frühere Beiträge, und festgehalten, wie die Kanzlei schreibt: per Sie oder per Du, eher sachlich oder persönlich, kurze oder lange Sätze, mit welchen Wörtern lieber nicht. Dieses Profil wird bei jedem Entwurf berücksichtigt.

Ein Beispiel: Eine Kanzlei schreibt auf LinkedIn traditionell eher persönlich und erzählt gerne aus dem Team. Ein Entwurf über einen neuen Lehrling beginnt dann nicht mit „Wir freuen uns, bekanntzugeben“, sondern so, wie die Kanzlei sonst auch erzählt.

Welche Themen eignen sich für eine Steuerkanzlei?

  • Neuerungen mit breiter Wirkung: Was ändert sich für Vermieter, Gründerinnen, Dienstgeber?
  • Einblicke in die Kanzlei: neue Kolleginnen, Lehrlinge, ein Betriebsausflug, eine Fortbildung
  • Häufige Missverständnisse: Dinge, die Mandanten immer wieder fragen, allgemein erklärt
  • Fachvorträge und Veranstaltungen: vorher als Einladung, nachher als kurze Zusammenfassung

Konkrete Mandantenfälle bleiben draußen, auch anonymisiert, wenn der Mandant erkennbar sein könnte. Das gebietet schon die Verschwiegenheit.

Was gilt für Werbung von Steuerberatern?

Für Wirtschaftstreuhänder gibt es berufsrechtliche Regeln zur Werbung, die auch für LinkedIn gelten. Sachliche Information ist in der Regel unproblematisch; was im Einzelnen zulässig ist, klärt die Kanzlei im Zweifel mit der Kammer. Dieser Artikel ersetzt dazu keine Rechtsberatung. Der Entwurf übernimmt diese Prüfung nicht, er liefert nur den Text.

Wer verantwortet, was veröffentlicht wird?

Die Kanzlei, und zwar vollständig. Ein Sprachmodell, also eine KI, die Texte formuliert, kann fachliche Aussagen falsch zusammenfassen oder eine Regel ungenau wiedergeben. Deshalb ist die Freigabe durch einen Berufsberechtigten kein Formalschritt, sondern der wichtigste Teil des Ablaufs.

Welche Dienste dabei die Sprachnachrichten und Texte verarbeiten, legen wir vor dem Start schriftlich offen; je nach Einrichtung können auch Anbieter außerhalb der EU beteiligt sein. Mehr zum Ablauf steht auf der Seite zur Content-Automatisierung für Steuerkanzleien.

Häufige Fragen

Postet das System selbständig auf LinkedIn?

Nein. Es entsteht ein Entwurf, den eine Person aus der Kanzlei freigibt. Veröffentlicht wird erst danach, auf Wunsch von Hand.

Worüber kann eine Steuerkanzlei auf LinkedIn überhaupt schreiben?

Zum Beispiel über Neuerungen, die viele Mandanten betreffen, über den Kanzleialltag, neue Kolleginnen und Kollegen, Lehrlinge oder Fachvorträge. Konkrete Mandantenfälle gehören nicht dazu.

Wollen Sie das für Ihre Kanzlei klären?

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